Brillat Savarin Plakette 2013

Roland Mack mit der Brillat-Savarin-Plakette geehrt

Verleihung der Brillat Savarin-Plakette an Roland Mack
Foto: FBMA
Roland Mack ist der Preisträger der 59. Brillat-Savarin-Plakette. Der Gründer und Inhaber des Europa-Park erhielt die traditionsreiche Plakette als höchste Auszeichnung im deutschen Gastgewerbe während einer Festveranstaltung am 17. Mai 2014 in Rust. Mit dieser Ehrung zeichnete die gemeinnützige Stiftung der Food & Beverage Management Association (FBMA) eine Persönlichkeit aus, „die als gelernter Maschinenbauingenieur und damit als gastronomischer Quereinsteiger seit 1975 in beeindruckender Weise den Europa-Park zum größten Freizeitpark Deutschlands und zu einem der weltweit renommiertesten Freizeitparks entwickelt hat“, wie Stiftungsratsvorsitzender Michael Bläser betonte. Mit dem „Ammolite – The Lighthouse Restaurant“ ist der Europa-Park außerdem der einzige Freizeitpark weltweit, der ein vom Guide Michelin mit einem Stern sowie 16 Gault Millau Punkten ausgezeichnetes Restaurant im Angebot hat.

Emotion und Innovation neben hoher Qualität und Service

Die Laudatio hielt Dr. Jürgen Weber, langjähriger Vorstandsvorsitzender und später Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, den mit Roland Mack die baden-württembergische Heimat und der technische Hintergrund verbinden. In seiner humorvollen Laudatio schlug er den Bogen von dem weit gefächerten kulinarischen Angebot im Europa-Park bis zum Einfluss der 230-jährigen Familientradition. „Kreative Unruhe erst hält die Welt in Schwung. Diese kreative Kraft ist bei den Macks über Generationen hinweg Baustein ihrer unternehmerischen Gene geworden“. Eine evolutionäre Logik werde sichtbar bei der Entstehung der Themenhotels und Gastronomie als folgerichtige Umsetzung der Entscheidung, den einstigen Ausstellungsplatz für Achterbahnen der Öffentlichkeit zu öffnen. Und zugleich „eine Spontanität, die oft genug das Zaudern ängstlicher Fachleute hinter sich ließ“. Was dazu führte, dass die Familie die Hotels und Gastronomie in Eigenregie übernahm und sie mit ihren eigenen hohen Qualitätsansprüchen fortentwickelte. Entstanden sind das größte Hotel-Resort und der größte Gastronomiebetrieb an einem einzigen Standort in Deutschland. Allein im Jahr 2013 wurden 5 Millionen Besucher verköstigt. „Da muss man für alle etwas bieten: für die Gourmands ebenso wie für die Gourmets“, so Dr. Weber. Doch ohne „das Bekenntnis zu absoluter Solidität, zu Können, Leidenschaft und Emotion – ohne diese Familientraditionen wäre aus dem Ganzen nichts geworden“, stellte der Laudator klar.

FBMA-Präsident Udo  Finkenwirth bezeichnete Roland Mack als „Wegbereiter“, der lange vor anderen erkannt hatte, „dass Dienstleistung und Gastlichkeit entscheidend zum Erfolg des Freizeitparks beitragen“. Auf den Zusammenhang zwischen dem Credo des Preisträgers „Emotion und Innovation neben hoher Qualität und Service“ und der Wiederholer-Rate von 85 Prozent bei den Freizeitpark-Besuchern ging Michael Bläser ein. Der Stiftungsratsvorsitzende schilderte den Preisträger als bodenständig und zugleich entscheidungsfreudig, optimistisch, Lebensfreude ausstrahlend und respektvoll im Umgang mit seinen Mitmenschen. Carsten K. Rath stellte den Festgästen den Namensträger der Plakette, Jean Anthèlme Brillat-Savarin, als Relevanzdenker vor. „Damals wie heute galt und gilt die einfache Formel, die Brillat-Savarin so bestens beherrschte: Das beste Anderssein ist Bessersein!“ Der französische Jurist und Richter Brillat-Savarin wurde bekannt als Feinschmecker und vielzitierter Autor der „Physiologie des Geschmacks“. Die nach ihm benannte Plakette überreichte der Sprecher des Brillat-Savarin-Kuratoriums, Wolfgang Schmitz, dem selbst die wertvolle Plakette im Jahr 2008 verliehen worden war, mit den Worten: “Sie haben sich mit Ihrem Lebenswerk um die Gastlichkeit und Tafelkultur in Deutschland sehr verdient gemacht“.

Unter Standing Ovations der Festgäste nahm Roland Mack die Auszeichnung entgegen. Im anschließenden Talk mit der Moderatorin Petra Klein unterstrich er, dass Gastronomie und Ingenieurswesen nicht so weit auseinanderliegen: „Bei beiden sind Qualität und Sicherheit sehr wichtig. Ferner strategisches Denken sowie die Bereitschaft, immer dazu zu lernen!“ Der Preisträger betonte, dass die intensive Beschäftigung mit der Gastronomie ihn Dienstleistung, also die konsequente Ausrichtung auf die Wünsche der Gäste, gelehrt hat. Eine Erfahrung, die er seither mit Erfolg in der Technik-Sparte des Familienunternehmens anwendet. Nach seinen Visionen befragt, steht für ihn der Zusammenhalt in der Familie – die achte Generation arbeitet bereits im Unternehmen mit – im Vordergrund. Als Vorschau auf Attraktionen der Zukunft erwähnte Roland Mack das Wasserpark-Projekt, das dem Europa-Park aber auch der Region nachhaltiges Wachstum bringen soll.

Der Festabend wurde mitgestaltet von den vier Küchenchefs Thomas Röttele, Holger Strütt, Jürgen Steigerwald und Peter Hagen. Künstler und Artisten sorgten für exquisites Entertainment und ein großartiges Show-Finale. Zu den Festgästen gehörten neben Spitzenvertretern aus Hotellerie, Gastronomie, Wirtschaft, Presse und Verbänden unter anderem Prof. Dr. Klaus-Dieter Borchardt von der Europäischen Kommission, der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg Alexander Bonde, Dr. Hartmut Mehdorn, DEHOGA Bundespräsident Ernst Fischer, der im Vorjahr mit der 58. Brillat-Savarin-Plakette geehrt worden war, sowie die Plakettenträger Thomas Althoff, Roland Burtsche, Herta Reiss und Dr. Hubertine Underberg-Ruder.

Zur Person Roland Mack

Roland Mack wurde am 12. Oktober 1949 in Freiburg geboren. Nach dem Abschluss als Diplomingenieur des allgemeinen Maschinenbaus an der Technischen Universität Karlsruhe steigt er ins Familienunternehmen Mack in Waldkirch ein. 1975 gründet er zusammen mit seinem Vater Franz Mack den Europa-Park, der mittlerweile Deutschlands größter Freizeitpark ist. Roland Mack gehört zu den Gründungsmitgliedern des „Verbandes Deutscher Freizeitunternehmer“ (VDFU) und war von November 2011 bis November 2012 Präsident des Weltverbandes der Freizeitindustrie, IAAPA. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und zahlreicher anderer Auszeichnungen für seine Verdienste in der Wirtschaft. Darüber hinaus wurde er von Staats-präsident Jacques Chirac 2003 für sein Engagement um die deutsch-französischen Beziehungen zum Ritter des „Ordre national du Mérite“ ernannt. Im Juli 2013 ist Roland Mack von der Maschinenbaufakultät des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet worden. Seit 1974 ist Roland Mack mit seiner Frau Marianne verheiratet. Er hat zwei Söhne, Michael und Thomas, und eine Tochter, Ann-Kathrin.

Weiterführende Informationen

Sie erhalten weitere Informationen sowie Pressematerial zum Download auf der offiziellen Website des Brillat Savarin-Kuratoriums unter www.brillatsavarinplakette.de.

Außerdem finden Sie weitere Eindrücke als Video:

  1. Zusammenschnitt des Festabends im Europa Park
  2. Gedanken zu Brillat Savarin (von Carsten K. Rath)