Kaisergemüse

Woher kommt der Name "Kaisergemüse"?

Die Bezeichnung Kaisergemüse ist erst in neuester Zeit aufgekommen - vermutlich als Tiefkühlprodukt in der Industrie. In der gesamten einschlägigen Literatur findet man diese Bezeichnung nicht.

Im deutschen Wörterbuch von Grimm (Entwicklung der deutschen Sprache vom 15. Jahrhundert bis 1960) ist Kaisergemüse nicht zu finden aber:

  • Kaiserapfel
  • Kaiserbohne
  • Kaiserbrot
  • Kaiserfisch
  • Kaisergetränk
  • Kaiserpflaume
  • Kaiserthee

Trübner schreibt in seinem Deutschen Wörterbuch: "Im alten Österreich wurden die Namen erlesener Genussmittel gerne mit Kaiser= zusammengesetzt: Kaiserbirne, Kaiserbrot, Kaisersemmel, Kaiserfleisch, Kaiserschmarrn, Kaiserwein", aber kein Kaisergemüse. In Hausfrauenkochbüchern findet man Kaiserspargel und Kaisersuppe und viele andere, aber nirgends das Kaisergemüse. Auch in dem umfangreichen, 1972 erschienenen Menü von Europart, kein Kaisergemüse aber: Kaisercharlotte, -granat, -gulyas, -koch, -omelett, -punsch, -ravioli, -eis, -schmarrn, -schnitzel, -schoten, -torte. Auch in Blüher´s Rechtschreibung, in Hering und Klinger kein Kaisergemüse.

Wäre die Lebensmittel-Industrie qualitätsbewusst gewesen, hätte sie eine feine Gemüsemischung, bestehend aus Spargel, feinsten Erbsen und winzigen Pariser Möhrchen, wohl als Kaisergemüse bezeichnen können, obwohl man bei einer solch wohlklingenden Bezeichnung, eher Spargel, Artischockenherzen und Morcheln erwarten könnte.